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(Archiv: Bayer. Hauptstaatsarchiv,
Postfach 221152, 80501 München - Archivsignatur: Rheinpfälzer Urkunde 2139)
"Ich, Ulrich von Mor, ein Edelknecht, verjehen
mich offentliche an disem Briefe, daz ich verkauft han reht und redeliche
dem erbern geistliche Manne, Hern Ludewige, dem Commendur zu dem Eynsidel
unde dem Convente sehtzehen Malder Korngeldes umbe ahtzig Punt Heller und
drizzig Schillinge Heller, genger guter unde geber, der ich wol bezalt bin.
Unde sol ich ouch die vorgenanten sehtzehen Malder Rocken alle Jar geben
zwischen den zweyn Dagen unserre Vrowen, also man gewonliche phliget Gulte
ze gebende. Und han ouch im und dem Convente zu Underpande geleget vor daz
vorgenante Korngelt alle mine Gut, die zu Mor gelegen sint: Welde, Ecker,
Wisen, Zinse, Mulen, Hus unde Hof, wie man es genennen oder vinden mag, us
genomen daz Hus und Gertichin und Wisenpletz, daz zu Gertewilre [Wüstung bei
Niedermohr] gelegen ist. Auch ist es zu wissende, daz des vorgenanten
Korngeltes zwülf Malder ewig sint. Und wenne ich, der vorgenante Ulrich eder
min Erben vor sante Georiendage gebent dem Commendur und dem Convent zu dem
Eynsidel zwentzig Punt Heller, so sulent su mir oder minen Erben die andern
viere Malder wider zu Kaufe geben.
Und daz dise vorgeschribenen Ding sicher sint
und stede verlibent, so ist es vor Gerihte geschehen, da
Heinrich von Nantzwilre, Schultheisse,
zu Gerihte sas.
Des ich, Heinrich vorgenant, mich bekenne, daz
die vorgeschribenen Ding vor mir an Gerihte geschehen sint. Und han des zu
Satzluten geben: Hern Johan, Parrer zu Ramsteyn, Rüdegeren von Ramsteyn,
Johan sin Sun, Steffan genant Grünewalt, Cunzen Gerlaches Sun, Johan von
Minsenbach unde Diele Vogel.
Des zu Urkunde unde zu einre merren
Sicherheit, von ich Ulrich und Heinrich, Schultheisse vorgenant, nith
Ingesigel haben, so han wir gebeden Hern Heinrich, Pastor zu Steyngewenden
unde Hern Johan den Parrer zu Ramsteyn, daz si ir Ingesigel an disen Brief
gehangen hant. Des wir, Heinrich unde Johan uns bekennent, daz wir durch
Bede Ulriches unde Heinriches vorgenant, unser Ingesigel an disen Brief hant
gehangen.
Geben, do man zalte von Gotz Geburte
drizehenhundert Jar unde funfzig Jar, an der Mittewochen nach sante
Martinsdage".
Übersetzung:
Der Edelknecht Ulrich von "Mor" [= Nieder-
oder Obermohr] beurkundet, dass er dem Komtur Ludwig, bzw. der
Deutschordenskommende Einsiedel 16 Malter Korn verkauft hat und dafür als
Unterpfand seine zu "Mor" gelegenen Güter setzt: Wälder, Äcker, Wiesen,
Zinsen, Mühlen, Haus und Hof, ausgenommen sein Haus mit Gärtchen und Wiesen
zu "Gertweiler" [= Wüstung bei Niedermohr]. Der Schultheiß Heinrich von "Nantzwilre"
begegnet als Vorsitzender des Gerichtes, vor dem dieses Rechtsgeschäft
besiegelt wird. Die Pfarrer von Steinwenden und Ramstein bezeugen mit ihren
Siegeln die Rechtmäßigkeit des Verkaufs. |